17 Mrz 2018

Du und die Anderen | AUTHENTISCH SEIN

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In letzter Zeit kommen verstärkt Klienten zu mir, die das Thema „Ich und die Anderen“ mitbringen. Die Sitzungen waren allesamt sehr aufschlussreich und da das Thema  sicherlich einige von euch betrifft und auch mir selbst nicht unbekannt ist, möchte ich es heute behandeln.

Kennst du das auch, dass du dich irgendwie „nicht dazu gehörig“ fühlst?
Dass du eigentlich jedem das Beste willst und ständig missverstanden wirst?
Dass man dich behandelt als hättest du etwas falsch gemacht, obwohl gar nichts war?
Dass man dich so komisch anschaut?
Als wärst du von einem anderen Stern?

Dazu möchte ich euch eine kleine Geschichte erzählen:

Vor ein paar Jahren war ich bei einem „Weiberabend“ eingeladen. Es war eine wirklich nette Runde von sympathischen Frauen, mit denen ich sicherlich einzeln hier und da gute Gespräche geführt hätte. Doch in der Gruppe hat sich eine bekannte Dynamik eingestellt: Die Frauen lästerten was das Zeug hielt. Teilweise konnte man es wohlwollend noch charmant nennen, teilweise war es stark unter der Gürtellinie. Nicht nur über ihren Zahnarzt, den neuen Bäcker, die neue Pilates-Lehrerin oder den Klassenlehrer ihrer Kinder, nein auch über ihre eigenen Männer und über ihre eigenen Kinder wurden hässlichste und peinlichste Details in die Runde gelacht!

Da ich voraus setze, dass jede Mutter zumindest ihr Kind liebt, habe ich von diesem Standpunkt nochmals alles wohlwollender eingestuft und mir gesagt, dass sie ja einfach nur Spaß haben und sich amüsieren wollen heute. Doch was macht daran eigentlich so Spaß, dass alle heiter und lustig da sitzen, wärend aus ihren Mündern nichts, aber auch gar nichts Schönes kommt? Es ist die Illusion, dass es einem besser geht, wenn man sieht, dass es den anderen auch so geht. Wenn die anderen auch Fehler machen, die Männer der anderen auch nicht mehr romantisch sind und die Kinder der anderen auch nicht folgen, dann ist es bei einem selbst nicht so schlimm. Lösungsorientiert ist natürlich anders, aber das ist besser als nichts. Ich als feinfühliges Wesen spürte, wie die Energie mehr und mehr absackte, der Neid untereinander immer offensichtlicher war, die gegenseitigen Musterungen und Fragen nach dem Gewicht etc., aber mit genügend Weinschorle konnten die Damen sich auch das für heute schön trinken.

Dann kam der spannende Moment: Irgendwie schauten auf einmal alle mich an. Das war wohl die „Aufnahmeprüfung“. Wenn ich eine von ihnen sein wollte, dann musste ich jetzt auch raus lassen. „Und wie läufts bei dir Sandra?“ frage eine. Ich war mir völlig bewusst, dass ich mit meiner Antwort für immer aus dieser Gruppe „raus“ sein würde, aber das war nicht wirklich traurig für mich. „Ich bin unverschämt glücklich. Ich lebe mit meinem Traummann zusammen, habe zwei wundervolle, gesunde Kinder und beruflich habe ich meine Berufung gefunden. Sogar meine Friseurin und mein Zahnarzt sind überaus sympathisch und professionell. Und weil ich mich dafür entscheide, jeden Tag noch glücklicher zu werden, läuft das auch genau so. Das steht übrigens jedem Menschen frei.“

Totenstille. Leere Augen, die mich anblicken als wäre ich ein Wesen von einem anderen Stern. Nicht wissend, was sie jetzt sagen sollen, nach diesem wahrscheinlich einzigen wahren Satz des ganzen Abends, haben sie nach dieser heiligen Schweigezeit ihre „Fassung“ wieder gefunden und sich – wenn auch nicht ganz so enthusiastisch wie zu Beginn – wieder in die bewährten Themen begeben.

Und ich? Ich saß noch etwas, beobachtete noch etwas, doch ich spürte, dass meine „Aufgabe“ hier erledigt war.
Zuhause reflektierte ich das Erlebte und hatte dabei die Erkenntnis, dass es mir schon mein ganzes Leben so ging. Dass ich irgendwie immer ein bisschen „anders“ war als die anderen. Nicht viel anders, ich war auch kein Außenseiter, hatte immer meine Freunde und Freundinnen, doch ich war oft in Situationen, vor allem unter mehreren Menschen (da wird die Gruppendynamik stärker), wo ich eindeutig gespürt habe, dass ich „nicht drin“ bin. Obwohl ich oft die einzige war, die nicht über die anderen hergezogen hat, die nicht gelästert und geurteilt hat, die eher noch vermittelnde Worte zwischen den Streithähnen gefunden hat, war oft am Ende ich die, die nicht dazu gehörte. Und die, die eigentlich immer uneinig und zerstritten waren, machten weiter wie bisher. Das leuchtete mir nie so recht ein.

Versteck dich nicht länger!

Vielleicht denkst du jetzt, dass ich das, was ich über diese Gruppe erzählt habe, negativ meine. Oder dass ich denen im Nachhinein noch eines Auswischen möchte. Dann wird dich die folgende Aussage überraschen:
Ich war voller Liebe. Voller Selbstliebe und dadurch automatisch voller Liebe für ALLE Wesen! Ich erkannte in jeder dieser Frauen etwas, was wir alle kennen. Die eigene Unzulänglichkeit, die eigene Unsicherheit, die eigene Scham, die eigene Angst vor Ablehnung, davor, das schwächste Glied in der Kette zu sein, nicht dazu zu gehören. Diese ganzen Ängste liegen wie Schichten über dem wunderschönen, strahlenden, wahren Selbst, das jeder Mensch in sich hat! Ich konnte das erkennen, weil ich selbst einmal so gefühlt habe wie sie fühlten – und weil ich vor langer, langer Zeit begonnen habe, mich mit diesen Verhaltensmustern auseinander zu setzen und IN MIR zu heilen, was da noch so voller Angst und Mangel war. So wurde mein wahres Selbst immer mehr frei gelegt. Mich immer kompletter zu erfahren, war die schönste Belohnung auf diesem Weg.

Und genau dieser Abend mit diesen Frauen hat mir gezeigt, wie fruchtbar mein Wirken die ganzen Jahre über war. Nicht nur dass ich mich in keinster Weise mehr so fühlte, ich hatte auch nicht das geringste Bedürfnis, ihnen zu gefallen und durch kleine Beigaben wie „jaja, meiner ärgert mich auch manchmal“ oder das Erzählen vergangenen Friseurkatastrophen ihre Sympathie zu gewinnen. Das ist es nämlich, was wir machen, wenn wir nur dazu gehören wollen: Wir begeben uns auf das Niveau der anderen, stellen unser eigenes Licht unter den Scheffel und hoffen so, dass die anderen uns jetzt als eine der ihren erkennen und mögen.

Okay, zugegeben, das klappt auch in den meisten Fällen. Aber was ist der Preis? Die Selbstverleugnung und die Akzeptanz, dass du jetzt in einer Gruppe angelangt bist, wo man dich genau so klein haben will wie du rein gekommen bist, weil keiner durch deine wahre Größe mit seiner Kleinheit konfrontiert werden möchte. In Wahrheit ist es so, also ob sich ein Elefant unter der Tischdecke verstecken will, also völlig zwecklos. Doch man kann sich das sehr, sehr lange vormachen, wenn man die Sicherheit einer Gruppe mehr schätzt als die Freiheit des eigenen, wahren Selbst.

Zu meinem Gefühl der Liebe zu Allen und Allem gesellte sich nun noch ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit dafür, dass ich das alles schon überwunden habe.

Es ist unser Licht, nicht die Dunkelheit, die wir am meisten fürchten. – Nelson Mandela

Also nochmal: Nicht nur, dass ich zu dieser Gruppe nicht dazu gehören wollte – ich habe mich sogar entschieden, hier noch einen „Samen“ zu pflanzen. Den Samen, dass man sich neu entscheiden kann. Für Glück. Für eine erfüllte Partnerschaft. Für positive Erfahrungen usw. Vielleicht kann der Wurzeln schlagen. Und ich habe diesen Samen aus voller Liebe gesät. Ich habe tiefste Liebe gespürt für diese Wesen, die sich so klein und armselig fühlten, dass sie sich am Leid der anderen aufladen müssen. Und ich bin mir bewusst, dass alleine diese Liebe eine Transformation bewirkt. Wird diese dann noch mit einer bewussten Information transportiert, so kommt es nicht nur im Gefühl, sondern im ganzen System der Menschen an.

Natürlich kann ich nicht bestimmen, was wer wann daraus macht. Doch darum geht es auch nicht.

Es geht darum, BEDINGUNGSLOS & UNAUFHALTSAM AUTHENTISCH zu sein!

Innerlich so voller Selbstliebe zu sein, dass es überhaupt keinen Punkt mehr gibt, an dem andere Menschen negativ „andocken“ können, weil da keine Angst, kein Urteil mehr ist. Dann fließt die Energie automatisch in eine andere Richtung: Du selbst wirst mit allem, was du brauchst, aus den höheren Ebenen versorgt und brauchst nicht die geringste Energie von anderen Menschen. Du musst ihnen nicht gefallen, du musst nicht dazu gehören. Du bist mit dir selbst im Reinen. Dann können die Menschen in dein Leben treten, die genauso aufgestellt sind wie du und Beziehungen sind auf völlig neuen Ebenen möglich.

Mach dir immer klar: Du bist was du denkst!

Dein Denken kommt aus deinen inneren Überzeugungen, aus deinem inneren Weltbild.
Dieses Denken macht Gefühle.
Diese Gefühle entscheiden darüber, ob du angepasst an die Masse weiter machst, dich minderwertig und klein fühlst und dir einbildest, dass du Sicherheit in einer Gruppe von genauso unsicheren Menschen wie dir selbst findest –
oder ob du FREIHEIT und BESTIMMUNG lebst, deinen LEBENSWEG voller FREUDE gehst, in LEICHTIGKEIT und LIEBE den Veränderungen und Herausforderungen deines LEBENS begegnest und deine CHANCEN nutzt!

Fühlst du dich noch nicht frei und selbstbestimmt, dann beobachte dein Denken und verändere hier direkt die URSACHE!
Mit THEKI kannst du deine inneren Überzeugungen und auch die Ursachen dafür, die oft in traumatischen Erfahrungen verdichtet sind, transformieren.
Dann kämpfst du nicht mehr gegen deine eigenen Mauern an, sondern du machst die Erfahrung, immer selbstbestimmter, freier, leichter und bewusster zu werden.
Vielleicht behältst du das erst einmal eine Weile für dich, bis das BEDÜRFNIS, AUTHENTISCH ZU SEIN so machtvoll wird, dass du dich nicht scheust, solche Sätze zu sagen wie ich in dieser Runde gesagt habe. Auch auf Kosten der Annahme oder oberflächlichen Sympathie. Du tust es in dem Wissen, das alles andere völlig sinnlos ist, eine Verschwendung von Lebenszeit und kostbaren Ressourcen, wenn du dich auf eine niedrigere Schwingung begibst, nur um den anderen zu gefallen. Die niedrigere Schwingung macht dir letztendlich viel mehr zu schaffen als das Loslassen des Verhaftetseins!

NICHT URTEILEN bedeutet EINHEIT

In meinen Seminaren ist es regelmäßig ein ganz zentrales Thema, uns im Nicht-Urteilen zu üben. Zu verstehen, was Urteil bedeutet und mit uns macht.
Da wir alle in einer absoluten EINHEIT leben, ja EINS SIND, ist es völlig unmöglich, uns mit allem, was wir aussenden, sagen und tun, nicht auch selbst zu treffen. Wir leben in einer Matrix unglaublicher Gerechtigkeit, in der jeder letztendlich auf sich selbst, auf sein eigenes Denken und Wirken, zurück geworfen wird.

Wenn du urteilst, schaffst du Trennung. Der ist so, du bist so. Er ist ein Idiot, du natürlich nicht. Sie ist wunderschön, du natürlich nicht. Gott ist da oben, du hier unten…….

Wenn du mit dem Urteilen Trennung erschaffst, dann erschaffst du diese Trennung nicht nur im Außen, sondern auch tief in dir. Du spaltest dich selbst auf in geliebte und ungeliebte Anteile, wobei du die ungeliebten in deinen inneren Schatten verbannst und versuchst, nur die anderen zu leben. Was natürlich nicht funktioniert. Nicht funktionieren kann!

In einem gewissen Entwicklungsstadium tut uns das scheinbar gut. Wir fühlen uns besser, wenn die anderen getrennt von uns sind. Dann haben wir ja erstens nichts damit zu tun, zweitens gibt es immer einen Schuldigen im Außen zu finden und drittens müssen wir keine Verantwortung übernehmen. Doch wenn du soweit bist (und ich gehe davon aus, sonst würdest du das hier nicht lesen), dich selbst zu reflektieren und für ALLES, was in deinem Leben ist, die Verantwortung zu übernehmen, dann höre auf zu Urteilen!

Wir alle SIND EINHEIT. Wir sind vollkommene Wesen, die in diese Welt der Dualität geboren wurden, um die Gegensätze zu erfahren. Das ist eine spannende Erfahrung, doch unser Innerstes strebt unaufhaltsam zurück zu dem, was wir sind: EINHEIT.

Und wie stellst du diese Einheit nun wieder her?

Indem du BIST was du SEIN WILLST, erschaffst du diese Realität!
Indem du GIBST was du ERHALTEN MÖCHTEST, ziehst du es in dein Leben.

Wie gut dir das schon gelingt, zeigt dir dein Leben. Beobachte dich. Beobachte deine Gedanken und Gefühle. Ändere, was dir daran nicht gefällt. Schreib es auf uns transformiere die Ursachen, die dich in diesem Gefängnis halten.

Reisse die Mauern der Trennung ein und spüre die Einheit, die DU BIST!

Und wenn du dich unter den anderen immer mehr fühlst wie ein Wesen von einem anderen Stern, dann feiere das! Es zeigt wie weit du dich schon von deinen irdischen Dualitäts-Angst-Macht-Mustern befreit hast, wie frei du schon bist!

Und weisst du, was du dann beobachten darfst? Indem du deine Freiheit lebst, erlaubst du damit anderen, das auch zu tun. Du setzt die Energie frei, öffnest den Raum auch für die anderen, ihr wahres Selbst zu zeigen und zu leben.

Diese Reise ist so spannend und erhebend, ich beglückwünsche euch zu jeder Etappe von Herzen!

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