Auf meine letzte THEKI-Post „Du und die Anderen: Authentisch Sein“ bekam ich so viele Zuschriften wie noch nie. Es ist ganz offensichtich ein sehr brisantes Thema für viele von euch, daher schreibe ich heute nochmals dazu.

In meinem Leben bin ich viele Irrwege gegangen, vor allem auf persönlicher Ebene. Eine zeitlang (vor allem in meiner Jugend) hatte ich mich selbst verloren. Ich war immer schon ein bisschen anders als die anderen, ehrlich gesagt war ich ein bisschen wohlwollender, liebevoller, tiefgründiger. Nicht „schlechter“. Doch das konnte ich in dem Alter nicht klar rüber bringen, wurde oft völlig falsch verstanden und bin dann immer mehr in die große Falle getappt: mich anzupassen.

Meiner Erfahrung nach ist die Angst vor AUSGRENZUNG für die Menschen der größte Motivator, sich anzupassen. Man will „dazu gehören“, akzeptiert sein. Das scheint Sicherheit zu geben. Doch hast du dich schon mal gefragt, WO du da eigentlich dazu gehören willst? Ist das die Welt, die du dir vorstellst? Ist das liebevoll? Ist das geprägt von innerem Frieden? Von einander helfen, von Wohlwollen? Willst du das wirklich? Oder ist der Antrieb darunter eher ANGST? Dann schau dieser Angst ins Gesicht, löse sie auf, mach dir klar, dass du die Kraft zur Veränderung in dir trägst und VERÄNDERE was nicht mehr deinem höchsten Wohl dient! Auch wenn es bedeutet, manche Menschen loszulassen, so bedeutet es auch, sich frei zu machen für tiefere, herzlichere, würdevollere Begegnungen in deinem Leben.

„Ein Freund ist jemand, der dir die Wahrheit ins Gesicht sagt und dich hinter deinem Rücken verteidigt.“

Es „den anderen Recht machen“ funktioniert nicht. Kann ich euch gleich sagen. Habt ihr wahrscheinlich auch schon gemerkt?
Manchmal klappt es… eine zeitlang. Dann kannst du nicht mehr. Du wirst unglücklich oder krank oder nimmst Unmengen an Gewicht zu (Verantwortungsthema!).
Bei manchen Menschen klappt es so lange schon, dass sie gar nicht mehr wissen wer sie eigentlich sind… oder wären… wenn sie sich vor Jahren für SICH SELBST anstatt FÜR DIE ANDEREN entschieden hätten.

Immer wieder ist das ein ganz entscheidender Punkt in den Einzelsitzungen, dass wir gemeinsam an den Punkt kommen, an dem damals die Entscheidung gefallen ist. Oft durch eine Situation, durch Verlustängste, durch die Angst, ausgegrenzt zu werden. Dann switcht da etwas in dem Menschen um und er beginnt, sich anzupassen. Oft in der Kindheit schon, sehr oft in der Jugend. Im Erwachsenenalter kommt es im partnerschaftlichen Bereich auch noch vereinzelt vor, doch wer es geschafft hat, bis ins Erwachsenenalter authentisch zu bleiben, der hat gute Chancen, diese Stabilität auch zu halten.
An diesem besagten Punkt ist es unglaublich kraftvoll, die damalige Situation, die diesen Wechsel ausgelöst hat, zu transformieren und sich dann GANZ BEWUSST FÜR SICH ZU ENTSCHEIDEN!

„Ich wähle ab heute neu. Ich entscheide mich ganz bewusst dafür, ab heute Liebe zu leben. Ich wähle Frieden. Ich wähle Wahrheit. Ich wähle wahre Freundschaft. Ich bin bereit loszulassen, was nicht mehr zu dieser neuen Wahl passt. Ich bin frei.“

Entscheide dich! Wähle neu! Jeden Tag! Immer! Für dich…

Zum Umgang mit Klatsch und Tratsch noch ein kleiner Tipp von Sokrates höchstpersönlich 🙂

Eines Tages kam einer zu Sokrates und war voller Aufregung.
„He, Sokrates, hast du das gehört, was dein Freund getan hat? Das muss ich dir gleich erzählen.“

„Moment mal“, unterbrach ihn der Weise. „hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“
„Drei Siebe?“ fragte der Andere voller Verwunderung.
„Ja, mein Lieber, drei Siebe. Lass sehen, ob das, was du mir zu sagen hast, durch die drei Siebe hindurchgeht.

Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“
„Nein, ich hörte es irgendwo und . . .“
„So, so! Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst – wenn es schon nicht als wahr erwiesen ist -, so doch wenigstens gut?“
Zögernd sagte der andere: „Nein, das nicht, im Gegenteil …“
„Aha!“ unterbrach Sokrates. „So lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden und lass uns fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich erregt?“
„Notwendig nun gerade nicht …“

„Also“, lächelte der Weise, „wenn das, was du mir das erzählen willst, weder erwiesenermaßen wahr, noch gut, noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit!“